Bjørn Østergaard

Was geschah 1864

Die Erzählung über 1864 ist die Geschichte eines bewaffneten Konfliktes zwischen europäischen Großmächten und einem kleineren Staat, der sich an der Uneinigkeit entzündete, wie die Frage der nationalen Zugehörigkeit gelöst werden sollte und darüber, welche staatsrechtlichen, gesellschaftlichen und menschlichen Kosten der Ausgang diese Konfliktes mit sich brachte.


Dänemark 1864

Vor dem Jahre 1864 bestand Dänemark aus drei Hauptteilen: Dem eigentlichen Königreich Dänemark und den Herzogtümern Schleswig und Holstein. Dazu kamen noch die wirtschaftlich weniger bedeutenden Teile: Lauenburg (dänisch seit 1814 als „Ersatz" für Norwegen), Island und die Färöer dazu die Kolonien Grönland und die westindischen Inseln. Das Reich nannte sich „Gesamtstaat Dänemark" und war multinational.

Der Gesamtstaat Dänemark bei der Volkszählung 1860
Einwohner Fläche (km²)
Königreich Dänemark 1.600.551 39.000
Herzogtum Schleswig 409.907 9.400
Herzogtum Holstein 544.419 8.417
Herzogtum Lauenburg 50.147 1.183
Gesamtstaat Dänemark, insgesamt.... 2.605.024 58.000


Der Auftakt zum Krieg

Das Königreich Dänemark hatte mit dem Grundgesetz von 1849 eine freie und moderne Verfassung bekommen, aber diese galt nicht in den Herzogtümern! Hier war der dänische König in Wirklichkeit immer noch absoluter Herrscher mit einer beratenden Ständeversammlung.

Mit der Novemberverfassung von 1863 schuf die dänische Regierung eine gemeinsame Verfassung für das Königreich Dänemark und das Herzogtum Schleswig. Dagegen aber bekam das Grundgesetz von 1849 keine Geltung in Schleswig, obwohl dies die Absicht nationalliberaler Kreise seit 1849 war. Diesen Schritt wagte die Regierung trotz allem nicht zu tun, so lange der ganze südliche Teil Schleswigs nicht Teil des Königreiches zu sein wünschte. Man wünschte sich stattdessen die Aufnahme eines Schleswig-Holsteinischen Teilstaates in den Deutschen Bund.


Deutschland 1864

Deutschland, wie wir es heute kennen, gab es im Jahre 1864 noch nicht. Deutschland war ein Flickenteppich von 39 kleinen und großen Königreichen, Fürstentümern und Freistädten, die sich „Deutscher Bund" nannten.

Die Herzogtümer Holstein und Lauenburg waren somit Mitglieder dieses Bundes. Das brachte mit sich, dass der dänische König als Herzog in Holstein und Lauenburg auch den Rang als deutscher Fürst hatte und damit Mitglied des Deutschen Bundes war!

Österreich war als dauernder Vorsitzender die vorherrschende Macht im Bund. Zu bemerken ist, dass nur der österreichische Teil der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie in der Realität Mitglied des Bundes war. Die Ausdehnung des Gebietes des Deutschen Bundes ist mit einer roten Linie markiert.

Preußen war Österreichs größter Konkurrent im Deutschen Bund, nicht zuletzt wegen des stark industrialisierten Ruhrgebietes (Rheinland-Westfalen), das nach 1815 ein Teil Preußens geworden war.

Preußen wünschte ein geeintes Deutsches Reich ohne Österreich unter preußischer Vorherrschaft. Das gelang nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/71. Danach war das deutsche Kaiserreich ohne Mitgliedschaft von Österreich-Ungarn Wirklichkeit geworden.


Der Krieg bricht aus

Der Deutsche Bund ( Der Bundesrat) beschloss am 7. Dezember 18663 als Reaktion auf die Einführung der dänischen Novemberverfassung, die den Verträgen von London von 1851/52 zuwiderlief, eine Bundesexekution (Durchsetzung des Willens des Deutschen Bundes) in Holstein und Lauenburg durchzuführen. Die Bundestruppen bestanden aus Truppenteilen aus Österreich, Preußen, Sachsen und Hannover.

Weihnachtsabend 1863 rückten 12.000 Soldaten aus Sachsen und Hannover in Holstein und Lauenburg ein. Die in den beiden Herzogtümern stationierten dänischen Truppen zogen sich kampflos nach Schleswig zurück.

Österreich und Preußen stellten am 16. Januar 1864 ein zweitägiges Ultimatum, die Novemberverfassung zurückzuziehen, was völlig unmöglich war. Darauf rückten ebenfalls österreichische und preußische Truppen in Holstein und Lauenburg ein. Am 1. Februar 1864 rückten diese Truppen in Schleswig ein. Das war nicht mehr durch einen Bundesratsbeschluss gedeckt, nun handelte es sich um einen Krieg gegen die dänische Monarchie.


Das Dannewerk

Das Bild aus einer damaligen englischen Zeitschrift zeigt eine fast unüberwindliche Wallanlage mit mikroskopisch kleinen Soldaten, die die letzten Feinheiten fertig stellen. Ein solch unrealistischer Glaube an die große Stärke dieser dänischen Verteidigungsanlage ist in der dänischen Bevölkerung und Regierung im Jahre 1864 sehr verbreitet. Man glaubt blind daran, dass die dänische Armee einen vorrückenden Feind am Dannewerk stoppen kann. Eine unrealistische Hoffnung!


Eine andere Wirklichkeit

Das Bild zeigt dänische Soldaten, die auf den Dachsparren der halb fertigen Mannschaftsbaracken sitzen und schlafen.

Als die ersten Soldaten bei der Dannewerkstellung ankommen, sind die Baracken zur Einquartierung der Soldaten noch nicht gebaut, Verbindungswege nicht angelegt und viele der Hindernisse im Vorfeld der Stellung noch nicht begonnen. Mit all diesen Schwierigkeiten müssen die dänischen Soldaten jetzt im Januar kämpfen, wo der Frost die Erdarbeiten sehr schwierig macht. Der Ausbau der Stellungen ist bei Kriegsausbruch daher bei weitem nicht abgeschlossen.


Die Dänen gaben das Dannewerk auf

General de Meza inspiziert zusammen mit seinem Stab die Truppen.

Nach den ersten Gefechten vor der Dannewerkstellung wird es dem dänischen Oberkommando klar, dass die Stellung nicht gehalten werden kann. Der oberstkommandierende General Christian Julius de Meza beruft am 4. Februar am Abend einen Kriegsrat ein. Die versammelten hochstehenden Offiziere beschließen nach 5 stündigen intensiven Verhandlungen, die Dannewerkstellung aufzugeben. Der Rückzug wird am folgenden Tag eingeleitet, und am Abend verlassen die letzten dänischen Truppen das Dannewerk.


Der Rückzug

Dänische Soldaten kämpfen sich durch Frost und Kälte nach Norden und nach Düppel.

Fast 40.000 Mann dänische Soldaten mit der gesamten dänischen Feldartillerie und dem Wagenpark ziehen sich unter extrem schwierigen Bedingungen auf Flensburg zurück. 14 Stunden marschieren die Soldaten ununterbrochen durch die dunkle Nacht über spiegelglatte Wege. Der Wind und der Schnee peitscht ihnen ins Gesicht, das Thermometer zeigt bis -10º C.

Trotz dieser extremen Verhältnisse erfrieren nur 10 Soldaten, 120 werden gefangen und 173 desertieren unterwegs.


Die Dänen werden durch Österreicher eingeholt

Österreichische Truppen greifen die Dänen bei Sankelmark an. Im Hintergrund erkannt man den Sankelmarker See und den Wald. Wie aus dem Bild zu entnehmen ist, war der Kampf durch Nahkampf mit dem Bajonett geprägt.

Der plötzliche und gut durchgeführte dänische Rückzug trifft das österreichische Oberkommando völlig unerwartet. Es bekommt die Nachricht erst früh am Morgen des 6. Februar. Eine größere Einheit mit Artillerie und Kavallerie setzt den Dänen nach, um sie so stark wie möglich zu behindern.

Am Sankelmarker See hat eine dänische Brigade den Auftrag, die Verfolger zu stoppen. Es kommt zu schweren Kämpfen, wo die Dänen Mann gegen Mann mit Bajonetten kämpfend zurückgedrängt werden. Der zähe dänische Widerstand und die relativ großen Verluste der Österreicher lassen die Österreicher die weitere Verfolgung aufgeben.


Die Dänen ändern ihre Strategie

Das dänische Heer teilt sich nun in 3 Teile, der Hauptteil, etwa 26.000 Mann marschieren nach Düppel, die Verteidigung dort hat höchste Priorität. Der Rest zieht nördlich nach Jütland, wo man sich in 2 Teile teilt, ein mobiles Korps (4. Division) das sich nach nördlich der Königsau zurückzieht und ein Korps zur Verteidigung der Festung Fredericia.

Düppel ist politisch wichtig, da das der letzte Teil des Herzogtumes Schleswig ist, das Dänemark besetzt hält. Man erwartet, dass das bei eventuell kommenden Verhandlungen um die Teilung Schleswigs von Vorteil sein kann.

Düppel ist gleichzeitig eine Bedrohung für die preußisch- österreichischen Truppen , die sich nach Norden in Jütland bewegen. Von Düppel aus können ihre Versorgungslinien abgeschnitten werden, da die dänische Flotte vorläufig die Seeherrschaft hat.

Die preußisch-österreichischen Truppen können außerdem nie wissen, wo sich die Hauptstärke der Dänen gerade aufhält. Das zwingt sie, relativ große Truppenteile zur Belagerung der beiden dänischen Festungen bereitzustellen, um damit eventuelle Ausfälle aus diesen Festungen zu stoppen.


Die ersten Kämpfe vor der Düppelstellung

Am 18. Februar unternehmen die preußischen Truppen einen ersten kleineren Angriff auf die Düppelstellung in Verbindung mit der Anlage einer Pontonbrücke über den Egernsund, die die Preußen in die Lage versetzen soll, das ganze Brogerland zu besetzen. Das dänische Panzerschiff "Rolf Krake"fährt in die Flenburger Förde und versucht ohne Erfolg die Pontonbrücke zu zerstören.

Bei ihrem Angriff auf die Düppelstellung machen die Preußen dänische Gefangene u.a. weil die dänischen Vorpostenlinien schlecht aufgestellt sind. Nach dem Angriff ziehen sich die Preußen zurück. Eine Wiederholung des Angriffes kommt am 22. Februar, und der hat noch größeren Erfolg. Die Dänen verlieren 382 Mann, davon 242 unverletzte Männer - 85 von ihnen sind wahrscheinlich desertierte Schleswiger. Die Preußen verlieren bei diesen Angriff nur 37 Mann.

Das Bild zeigt die Kämpfe vom 22. Februar 1864. Die Dänischen Truppen haben bei Avnbjerg Stellung bezogen (links). Zwei dänische Feldkanonen sind auf dem Hügel in Stellung gebracht. Das Bild stimmt allerdings nicht mit der Geschichte überein, da an diesem Tage gar keine Artillerie verwendet wurde.

Nach diesen Gefechten werden die dänischen Vorpostenlinien näher an den Schanzen aufgestellt, was vorteilhafter ist.

Am 17. März entwickelt sich ein kleinerer dänischer Angriff zu einem größeren Gefecht, bei dem die Preußen sehr schnell Truppenverstärkungen hinzuziehen. Die dänischen Truppen werden fast bis auf die Schanzenlinie zurückgedrängt, so dass fast das ganze Gelände vor den Stellungen verloren geht. An diesem Tage verlieren die Dänen 667 und die Preußen 138 Mann.


Die Preußen setzen neue, moderne Gschütze ein.

Da das preußische Oberkommando großen Respekt von den dänischen Stellungen auf den Düppeler Höhen hat, entschließt man sich zu einer Belagerung mit dem Einsatz moderner schwerer Belagerungsgeschütze. Diese müssen allerdings erst per Bahn aus Berlin herangeholt werden. Vom 10. März ab beginnt man mit dem Bau von Artilleriestellungen auf Broagerland bei Gammelmark; von hier aus können die Schanzen von der Flanke mit großer Wirkung beschossen werden. Hinter den Geschützstellungen werden Beobachtungsposten und ein Artilleriepark angelegt.

Preußische Artilleristen beim Laden und Ausrichten der schweren Belagerungsgeschütze.

Am 15. März eröffnen die Batterien gezielt das Feuer auf die dänischen Schanzen. Das preußische Oberkommando erwartet, dass man mit Hilfe dieser neuen, modernen Belagerungsgeschütze die Dänen von den Schanzen vertreiben können. Es sind 12 und 24 pfündige Hinterlader mit gezogenem Lauf (Kaliber 12 und 15 cm). Sie haben eine Reichweite von bis zu 5 km mit einer zu der Zeit noch nicht gesehenen Treffsicherheit.

Nach einem mehrtägigen Beschuss muss das preußische Oberkommando einsehen, dass seine modernen Kanonen nicht in der Lage sind, die Dänen von den Schanzen zu vertreiben. Man bereitet sich nun auf eine längerwährende Belagerung mit dem Bau von Befestigungen im Vorfeld der Schanzen vor. Die Geschütze auf Broagerland bekommen nun die Aufgabe, die Dänen daran zu hindern, die Düppelstellung instandzuhalten und zu verstärken.


Die Preußen graben sich zu den Schanzen vor

Um für die erste Parallele der Belagerungsanlagen Platz zu schaffen, greifen die Preußen den südlichen Teil der Schanzenreihe am Morgen des 28. März um 3 Uhr an. Die dänischen Vorposten werden auf die Schanzenreihe zurückgeworfen, aber die dänischen Truppen werden schnell alarmiert und der Angriff wird zurückgeschlagen. Dabei ist das schnelle Eingreifen des Panzerschiffes "Rolf Krake" von großer Bedeutung. Aus diesem Grunde muss die erste preußische Angriffsparallele weiter entfernt von der Schanzenreihe als geplant eingerichtet werden ( ca. 1 km entfernt). Die Parallele ist am 1. April fertiggestellt und wird von 4 dahinter angelegten Batterien mit insgesamt 40 Kanonen geschützt.

Foto der letzten preußischen Sturmparallele, von der aus die preußischen Soldaten am 18. April die dänischen Schanzen erstürmten. Man beachte die gegrabenen Stufen in der Bildmitte.

Die Anlage der Angriffsparllelen soll in erster Linie die Aufmerksamkeit der Dänen von einem geplanten Übergang nach Alsen bei Ballebro/Hardeshøj ablenken; heute ist dort eine Fährverbindung. Am Morgen des 2. April um 3 Uhr sollen dort 20.000 Mann mit Pontons und kleinen Booten über den Alsfjord gesetzt werden. Der Übergang soll von schweren Belagerungsbatterien gedeckt werden, die zu diesem Zweck aufgestellt wurden. Das Wetter ist jedoch recht stürmisch, so dass die Operation auf den nächsten Tag verschoben wird. Auch an diesem Tage ist das Wetter nicht besser, so dass die Aktion abgeblasen wird. Wäre diese dreiste Operation geglückt, hätten die dänischen Truppen in der Düppelstellung sich ergeben müssen und die Dänen hätten mit einem Schlage fast die Hälfte ihrer Streitkräfte verloren.

Drauf setzen die Preußen alles ein, um die Befestigungsanlagen von Düppel frontal anzugreifen. In den folgenden zwei Wochen werden weitere zwei Angriffsparallelen gebaut. Die letzte ist am 17. April fertig und liegt in einem Abstand von 220 - 300 m vor den dänischen Schanzen. 126 preußische Kanonen und Mörsergeschütze verteilt auf 30 Batterien beteiligen sich jetzt an der Zerstörung der dänischen Festungsanlagen.


Das moderne Panzerschiff der Dänen

Das Panzerschiff "Rolf Krake" ist hier bei einer seiner Fahrten in den Vemminbund zu sehen. "Rolf Krake" ist das erste echte Panzerschiff der dänischen Flotte. Es ist mit 114 mm Eisenplatten beplankt und mit 4 Stück 60-pfündigen glattläufigen Kanonen in zwei drehbaren Zwillingstürmen bewaffnet. Das Schiff ist 1863 in England gekauft und zu dem Zeitpunkt eines der modernsten Kriegsschiffe der Welt.

Das Schiff wird von den preußischen Kanonen auf Broagerland heftig beschossen, aber die schwer gepanzerten Bordwände des Schiffes können sogar den schwersten preußischen Spitzgranaten widerstehen. Das Schiff ist jedoch bei Treffern auf das Deck verwundbar, da es dort relativ schwach gepanzert ist.

"Rolf Krake" hat die Aufgabe bei der Verteidigung der Düppelstellung im Jahre 1864 die gefährdete linke Flanke der Stellung zu unterstützen. Das tut das Schiff mit großem Erfolg beispielsweise am 28. März 1864.


Die Preußen greifen an!

Deutsche Darstellung des Sturmes am 18. April 1864. Die preußische Fahne weht über der Wallkrone zum Zeichen, dass die Schanze erobert ist.

Morgens um 4 Uhr am 18. April beginnt der bisher heftigste Beschuss der Düppelstellung mit fast 8000 Granaten in nur 6 Stunden. Um 10 Uhr wird der Artilleriebeschuss eingestellt und ca. 10.000 Mann gut ausgebildeter Sturmsoldaten quellen aus der letzten Angriffsparallele hervor und stürmen auf die dänischen Schanzen zu. Die Sturmsoldaten sind in 6 Sturmkolonnen eingeteilt und haben die Schanzen 1 - 6 als Angriffsziel. Auf sie folgen weitere 10.000 Mann und weiter hinten liegen 20.000 Mann klar zum Vorrücken.

Ungefähr 5000 dänische Soldaten liegen vorne in der ersten Schanzenreihe und empfangen nun die preußischen Sturmtruppen mit Gewehrfeuer. Im Laufe von 5 - 10 Minuten sind die ersten Schanzen von den Preußen erobert und nach einer halben Stunde sind 7 Schanzen gefallen. Im Siegesrausch stürmen viele preußische Soldaten weiter vor gegen den Brückenkopf anstatt nur die eroberten Schanzen zu sichern . Die preußischen Offiziere haben die Kontrolle über die Situation verloren.


Die Dänen versuchen einen Gegenangriff

Die dänische Reserve von ungefähr 6000 Mann ist am Beginn des Sturmangriffes nicht alarmiert. Die Uhr ist 10.30 und nun wird der Befehl zu einem Gegenangriff mit der ungefähr 3000 Mann starken dänischen 8. Brigade gegeben. Das Angriffsziel ist der linke Flügel der Düppelstellung mit der rückwärtigen Linie. General du Plat ist im Zweifel, ob der Angriff durchgeführt werden soll, aber die vorpreschenden preußischen Soldaten werden zur Seite gefegt und es sieht so aus, als ob der Angriff glückt.

Dänische heroische Schilderung des Gegenangriffes der 8. Brigade. Gemälde von Rosenstand.

Kurz vor der "rückwärtigen Linie" und bei der Düppeler Mühle kommt der Gegenangriff zum Stehen. In der Zwischenzeit ist es den preußischen Offizieren gelungen, eine Verteidigung der eroberten Schanzen und der rückwärtigen Linie zu organisieren. Die rückwärtige Linie wird jetzt von den Preußen verwendet, um den Angriff der Dänen zu stoppen. Die Verluste der Brigade sind beträchtlich. In ihrer Linie klaffen große Lücken. Zwischen den beiden Regimentern südlich der Düppeler Mühle ist ein gefährlich großes Loch entstanden.

Genau in diesem Augenblick - die Uhr ist 11.15 - treffen die preußischen Reserven ein. Sie stoßen genau in die Lücke zwischen den beiden dänischen Regimentern, wodurch die Dänen in die Gefahr geraten, eingekesselt zu werden. Die Brigade muss sich daher mehr oder weniger geordnet auf den Brückenkopf am Alsensund zurückziehen. Der Angriff kostete die Brigade 1399 Mann (Gefallene, Verwundete und Gefangene) was einem Verlust von 45% entspricht.


Die Gefallenen bleiben zurück

Die Dänen haben jetzt die weitere Verteidigung der Düppelstellung aufgegeben und die Truppen ziehen sich über die beiden Pontonbrücken, die von der Brückenkopfschanze gesichert wird, auf die Insel Alsen zurück. Gegen 14 Uhr verlässt der letzte dänische Soldat die Düppelseite und die Pontonbrücken werden unterbrochen.

Deutsche Schilderung des Schlachtfeldes bei Düppel am Tage nach der blutigen Schlacht. Die Gefallenen werden gesammelt und zu den Gemeinschftsgräbern gefahren.

Am nächsten Tage einigen sich die Kriegsparteien über eine Waffenruhe von 12 - 18 Uhr (verlängert bis 19 Uhr). Nun können die letzten Verwundeten geborgen und die Gefallenen beerdigt werden. Der größte Teil der dänischen Gefallenen beerdigt man in Gemeinschaftsgäbern im Bereich der Düppeler Höhe, im größten Grab liegen 209 Gefallene. Die meisten preußischen Gefallenen beerdigt man auf Friedhöfen der Umgebung, einzelne auf den Düppeler Höhen. Unter anderem liegen 25 gefallene Soldaten in einem der Gemeinschaftsgräber auf der Spitze der Düppeler Höhe.

Die Verluste am 18. April waren:

  • preußische Verluste: 1201 Gefallene und Verwundete
  • dänische Verluste : 1669 Gefallene und Verwundete sowie 3131 nicht verwundete Gefangene und Deserteure

Einige der Gruppe "nicht verwundete Gefangene und Deserteure" können gefallen sein, da die Verlustlisten der dänischen Abteilungen ungenau sind.


Siegesparade der Preußen

Nach dem Empfang der glücklichen Nachricht über die Eroberung von Düppel begibt sich der preußische König Wilhelm kurz darauf nach Schleswig, wo er am 21. April eintrifft. Am gleichen Tage halten die preußischen Truppen auf den Feldern zwischen Gråsten und Adsbøl zu Ehren des preußischen Königs eine Siegesparade ab. Fast 20.000 Soldaten in ihrer Felduniform mit den eroberten Fahnen und Eichenlaub als Siegeszeichen am Helm marschieren an König Wilhelm vorbei.


Die Dänen übergeben die Festung Fredericia

Nach der Niederlage bei Düppel befiehlt der dänische Kriegsminister Lundby zu aller Verwunderung einen Rückzug der Truppen von der wesentlich stärkeren Festung Fredericia. Es handelt sich hier um eine permanente Festung und nicht um eine verstärkte Feldfestung, wie es Düppel war.

Österreichische Soldaten in der Festung Fredericia.

Kriegsminister Lundby will mit diesem Entschluss die Verteidigung der Insel Alsen und des nördlichen Jütland stärken. In der Nacht zwischen dem 28. und 29. April wird der Befehl in aller Eile ausgeführt. Dänemark hat damit seine letzte Flankenstellung in Jütland verloren. Das Dänische Heer hat abgesehen von der 4. Division im nördlichen Jütland seine offensiven Möglichkeiten eingebüßt und ist gezwungen, sich auf eine passive Verteidigung der Inseln Alsen und Fünen zu konzentrieren.

Das preußisch-österreichische Herr ist nun nicht mehr gezwungen, starke Kräfte bei Düppel und Fredericia zu binden, sondern es kann seine Kräfte konzentrieren. Die Dänische Armee ist dagegen gezwungen, seine ohnehin bescheidenen Kräfte in drei Teile zu spalten: Auf der Insel Alsen, auf Fünen und im nördlichen Jütland.


Die Österreichische Flotte kommt

Der Holzschnitt zeigt die österreichische Fregatte "Schwarzenberg", die sich aus dem Gefecht zurückzieht, nachdem der Fockmast in Brand geschossen wurde.

Die dänische Flotte hatte bisher die uneingeschränkte Vorherrschaft und war daher imstande, die deutschen Häfen zu blockieren. Aber nach einer monatelangen Vorbereitung ist die österreichische Flotte von ihren Basen in der Adria inzwischen auf dem Wege durch den Englischen Kanal. Die Österreichische Flotte ist der dänischen zahlenmäßig überlegen und damit ist die dänische Seeherrschaft ernstlich bedroht.

Die Dänen haben laufend Meldungen über die Fahrt der Österreicher von der Adria zum Englischen Kanal erhalten. Man ist daher auf das baldige Kommen der Österreicher vorbereitet.

Die dänische Flotteneinheit in der Nordsee wird am 5. Mai verstärkt, so dass sie nun aus zwei Fregatten und einer Korvette besteht. Es ist die Aufgabe der Einheit, die österreichische Vorauseinheit zu treffen ehe die Österreichische Haupstreitmacht eintrifft. Die Dänen glauben, die österreichische Vorauseinheit schlagen zu können, die voraussichtlich aus zwei Fregatten und einer gewissen Anzahl preußischer Kanonenboote bestehen sollte.

Der österreichische Verband unter dem Kommando von Linienschiffskapitän Tegetthoff hatte den Befehl, den dänischen Verband so schnell wie möglich anzugreifen. Am Morgen des 9. Mai bekommt Kpt. Tegetthoff die Meldung, dass sich die dänische Flotteneinheit im Fahrwasser bei der Insel Helgoland befinde. Er sticht sofort in See, um die Dänen zu treffen.

Um 10 Uhr sichten die Dänen zuerst die Rauchfahne des englischen Kriegsschiffes "Aurora", das die britischen Territorialgewässer um Helgoland sichern soll - Helgoland war seit 1814 britisch. Kurz darauf wird ebenfalls der Rauch von den österreichischen Schiffen ( 2 österreichische Fregatten und 3 preußische Kanonenboote) gesichtet und man nimmt sofort Kurs auf sie zu. Auch die Österreicher haben die Dänen gesichtet und nun fahren die beiden Flottenverbände direkt aufeinander zu.

Um 13.45 Uhr eröffnen die Österreicher auf 4 km Abstand das Feuer. In den folgenden Stunden liegen die beiden Flotteneinheiten einander gegenüber und es wird heftig gekämpft. Nach und nach beginnt das dänische Feuer seine Wirkung zu zeigen, als die Dänen in die Lage kommen ihr Feuer auf das österreichische Kommandoschiff "Schwarzenberg" zu konzentrieren. Gegen 4 Uhr muß sich die "Schwarzenberg" mit brennendem Fockmast aus dem Kampf herausziehen, nach Helgoland ablaufen und sich damit auf neutrales Gebiet retten.

Der dänische Verband wird nun nach Norwegen beordert und danach nach Kopenhagen, da ein Waffenstillstand in Kraft tritt. Die österreichisch- preußische Flotteneinheit fährt im Schutze der Dunkelheit mit verdunkelten Laternen nach Cuxhaven, wo die Schäden nach dem Kampf ausgebessert werden können.


Verhandlungen und Waffenstillstand

Auf Initiative der Engländer werden am 25. April in London Verhandlungen mit den beteiligten Parteien eingeleitet (die sogen. Londoner Konferenz). Zuerst wird ein Waffenstillstand vereinbart, der am 12. Mai in Kraft tritt.

Auf der Konferenz werden verschiedene Möglichkeiten der Teilung Schleswigs erörtert sowie die Lösung durch eine Volksabstimmung oder eine schiedsrichterliche Entscheidung - d.h. ein Dritter sorgt für eine Grenzziehung.

Auf der Karte erkennt man die verschiedenen Grenz- und Vermittlungsvorschläge, die auf der Londoner Konferenz auf dem Tisch lagen. Die endgültige Grenzlinie ist die nördlichste: die Grenze an der Königsau.

Am 20. Juni brechen die Verhandlungen endgültig zusammen, da die Dänen einer Lösung durch einen Schiedsspruch nicht zustimmen wollen. Man besteht auf einer Grenzziehung an Eider und Dannewerk.


Wieder Krieg

Am 26. Juni läuft der Waffenstillstand aus. Unmittelbar danach am 29. Juni morgens um 2 Uhr setzen 2500 preußische Soldaten in 600 Booten in der ersten Angriffswelle bei Sottrupskov über den Alsensund. Die dänischen Truppen auf der Halbinsel Kær nehmen sofort den Kampf auf, aber die Verteidigung von Alsen ist zu schwach und zu schlecht organisiert. Eine Stunde nach Beginn der Kämpfe taucht das Panzerschiff "Rolf Krake" auf und kann für kurze Zeit das Übersetzen der preußischen Landtruppen stoppen. Aber zu diesem Zeitpunkt sind schon 5000 Mann auf Alsen und die dänischen Truppen sind in Bedrängnis. Der Kapitän des Panzerschiffes sieht die Schlacht als verloren an und fährt ab, um an der Evakuierung der dänischen Heereseinheiten von Alsen teilzunehmen. Die preußischen Einheiten rollen im Laufe des Morgens die dänische Verteidigung auf, um 5.30 Uhr geben die Dänen die Verteidigung der Insel Alsen auf und ziehen sich unter ständigen Gefechten auf die Halbinsel Kegnæs zurück. Von hier werden sie im Laufe der nächsten Tage ausgeschifft, und am 1. Juli verlässt der letzte dänische Soldat die Insel Alsen. Die Verluste des dänischen Heeres (Gefallene, Verwundete und Gefangene) bei den Kämpfen auf Alsen beliefen sich auf 3148 Mann, die Preußen verloren 372 Mann.


Die Niederlage Dänemarks ist total

Nach dem Verlust von Alsen breitet sich in Dänemark Mutlosigkeit aus. Preußen und Österreich haben jetzt ganz Jütland bis nach Skagen besetzt und man fürchtet, dass auch Fünen verloren ist. Vielleicht ist sogar Seeland verloren, so dass die Forderung "Frieden um jeden Preis" sich verbreitet. Die dänischen Regierung geht ab und eine neue wird eingesetzt . Die Regierung bittet um Waffenstillstand; dieser tritt am 20. Juli in Kraft. Ab Ende Juli werden in Wien Verhandlungen eingeleitet, die zu einem Friedensvertrag führen, der am 30. Oktober 1864 unterzeichnet wird.

Hohe preußische Offiziere bei einem Ausflug nach Skagen.

Die Sieger sind bei den Friedensverhandlungen in Wien gnadenlos; Dänemark muß ohne Bedingungen die Herzogtümer abgeben. Es werden nicht einmal Garantien für die Behandlung der dänischgesinnten Bevölkerung Nordschleswigs eingeräumt. Es ist eine totale Niederlage.

Dänemark verliert Schleswig, Holstein und Lauenburg und damit ein fünftel seiner gesamten Fläche. Die Einwohnerzahl verringert sich von 2,6 Millionen auf 1,6 Millionen.


Die Preußen bauen auf den Höhen von Düppel eine starke Festung

Deutsche Karte von der neuen Festung um Sønderborg. Die Anlage ist mit einer blauen Linie gekennzeichnet.

Bald nach der dänischen Niederlage im Jahre 1864 bauen die Preußen eine neue Festungsanlage auf den Düppeler Höhen und rund um Sønderborg, "die Festung Sonderburg-Düppel". Die Forts können jedoch auch dem Schutze Schleswigs gegen einen dänischen Angriff (vielleicht mit französischer Unterstützung) von Norden hinein in das verlorene Schleswig dienen!

Die Festung besteht aus:

  1. Einer Reihe vorgeschobener starker Forts auf den Düppeler Höhen - gebaut über den eingeebneten dänischen Schanzen.
  2. Eine Ansammlung starker Anlagen zur Sicherung der Pontonbrücke über den Alssensund.
  3. Eine zusammenhängende Festungslinie, die die Stadt Sønderborg umschließt.

Es ist eine wesentlich stärkere und widerstandsfähige Festung als die ursprüngliche dänische Düppelstellung vom Frühjahr 1864.


Krieg zwischen Preußen und Österreich!

1865 einigen Preußen und Österreich sich, Schleswig-Holstein unter sich aufzuteilen, so dass Österreich Holstein verwaltet und Preußen Schleswig. Lauenburg wird gleichzeitig ein Teil Preußens.

Der Machtkampf innerhalb des Deutschen Bundes zwischen den früheren Verbündeten Östrreich und Preußen artet 1866 in einen regulären Krieg aus. Beide Parteien bieten Dänemark ein Bündnis an und beide Parteien stellen Dänemark eine Grenzrevision in Aussicht! Die Verhandlungen führen jedoch zu keinem Ergebnis. Die Niederlagen bei Olmütz (Olonece) und Königgrätz (Sadowa) zwingen Österreich dazu, nach nur 6 - wöchigem Kampf um Waffenstillstand zu bitten.

Drei preußische Armeen vereinigen sich bei Königgrätz (Sadowa) und bringen den Österreichern am 3. Juli 1866 eine entscheidende Niederlage bei.

Als Ergebnis der nachfolgenden Friedensverhandlungen in Prag wird Schleswig-Holstein und eine Reihe anderer deutscher Staaten dem Königreich Preußen einverleibt. Durch Fürsprache des französischen Kaisers wird in den Friedensvertrag ein sogenannter §5 eingefügt, der die Möglichkeit gibt, dass die Bevölkerung Nordschleswigs zu einem späteren Zeitpunkt über ihre staatliche Zugehörigkeit selbst abstimmen kann ( also, ob Nordschleswig dänisch oder deutsch sein wird).

Der Deutsche Bund löst sich auf und auf Initiative Preußens wird der norddeutsche Bund gegründet, der völlig der Vorherrschaft Preußens unterliegt. Die Stellung Preußens unter den Deutschen Staaten ist nun deutlich gestärkt.


Der französische Kaiser Napoleon III bei Sedan.

Das deutsche Kaiserreich wird gegründet

Frankreich fühlt sich in steigendem Maße durch das neue, erstarkte Preußen bedroht, und man fürchtet die Bildung eines großdeutschen Reiches unter preußischer Leitung. Im Sommer 1870 sieht man die französische Ehre verletzt bei einer Frage über die Thronfolge in Spanien. Frankreich fühlt sich gezwungen, Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg zu erklären, obwohl die französische Armee schlecht vorbereitet ist und die preußische entsprechend gut. Die französische Bevölkerung hat den Eindruck bekommen, dass das eigene Militär modernisiert wurde und es mit jedem erdenklichen Widersacher aufnehmen könne. Die Pläne waren allerdings weit davon entfernt, durchgeführt zu sein, worüber man sich in Preußen sehr wohl klar war.

Wie vom preußischen Kanzler Bismarck erwartet führt die französische Kriegserklärung dazu, dass alle deutsche Staaten sich um Preußen scharen. Die deutsche Mobilisierung ist gut geplant und wird in einer für die damalige Zeit nie gesehenem Tempo durchgeführt. In nur 2 Wochen ist mit Hilfe des gut ausgebauten Eisenbahnnetzes ein modernes und gut ausgebildetes Heer von 384.000 Mann an die französische Grenze gebracht. Auf französischer Seite kann man nur eine Armee von 244.000 Mann sammeln.

Für die preußische Festung bei Sønderborg wird der Belagerungszustand erklärt und die Besatzung auf 4000 Mann erhöht.

Deutsche Belagerungsbatterie bei Paris am 26.Januar 1871.
Am 1. August kommt ein französischer Gesandter nach Kopenhagen, um eine mögliche militärische Teilnahme Dänemarks am Krieg zu erörtern. Zur gleichen Zeit ankert eine französische Flotte von 8 Panzerfregatten südlich von Skagen als Auftakt zum Anlanden eines französischen Expeditionskorps und einer Blockade der deutschen Ostseehäfen.

Die Stimmung im Volk fordert eine Teilnahme Dänemarks am Kriege! Als Ergebnis der Verhandlungen wird vorgeschlagen, dass Dänemark unter der Bedingung am Kriege teilnimmt, dass eine starke französische Flotte die dänischen Gewässer sichert und eine Landungstruppe von 40.000 Mann ins Ostseegebiet gebracht wird. Die französischen Truppen soll zusammen mit einem dänischen Korps von 20.000 Mann Preußen von Norden durch Schleswig hindurch angreifen.

Es laufen jetzt alarmierende Meldungen über große deutsche Siege in Nordfrankreich ein. Das dänische Interesse an der Teilnahme am Krieg kühlt sich ab und die Sache verläuft im Sande. Am 1. September erleidet die französische Armee eine große Niederlage bei Sedan, wo der französische Kaiser Napoleon III sogar gefangen wird. Die Niederlage löst in Paris eine Revolution aus und die Kaiserin flüchtet nach England.

Die siegreichen deutschen Truppen ziehen am 16. Juni 1871 in Berlin ein.
Nach dem Sieg bei Sedan konzentrieren die Deutschen sich auf die Belagerung von Metz und Paris. Metz kapituliert Ende Oktober, wonach die deutschen Streitkräfte wesentlich offensiver gegen die restlichen französischen Armeen vorgehen. Paris ergibt sich am 27. Februar 1871 und der Krieg endet am 28. Februar 1871. Am 10. Mai 1871 wird der Friedensvertrag in Frankfurt am Main unterzeichnet.

Der Krieg gegen Frankreich führt zu der gewünschten Einigung der nord- und süddeutschen Staaten. Am 18. Januar 1871 wird der preußische König von den deutschen Fürsten im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles (eben außerhalb von Paris) zum Kaiser proklamiert. Das neue deutsche Kaiserreich ist somit gegründet und Berlin wird die Hauptstadt des neuen Deutschlands.


Das deutsche Siegesmonument auf der Düppeler Höhe

Am 30. September 1872 wird das deutsche Siegesmonument auf Düppel zusammen mit einem entsprechenden kleineren bei Arnkil auf Alsen enthüllt. Die deutschen Siege im Krieg gegen Dänemark sollen damit gefeiert werden, da man die Siege im Krieg gegen Dänemark als ersten wichtigen Schritt zur Bildung des neuen deutschen Kaiserreiches sieht. Düppel ist ein Name, den alle Deutschen kennen sollen.

Das deutsche Siegesmonument auf Düppel hier auf einer Postkartenabbildung.

Das Denkmal auf Düppel ist 22 m hoch und auf einem Fundament des Blockhauses der ehemaligen dänischen Schanze 4 erbaut. Es ist im typischen neugotischen Stil errichtet und soll mit seiner imponierenden Größe die Größe des neuen Deutschlands unterstreichen.

Über dem Sockel sind 3 Reliefs angebracht. Sie zeigen:

  • "Den Bau der Belagerungsbatterien"
  • "Die Belagerung"
  • "Den Sturm", bei dem der preußische Held Pionier Klinke zusammen mit dem dänischen Helden Leutnant Anker abgebildet ist.

Die letzte Seite trägt die Inschrift:" Den bei der Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864 siegreich Gefallenen zum fortdauernden Andenken".

(Die Denkmäler auf Düppel und Arnkil wurden in den Nachkriegstagen des Jahres 1945 von Unbekannten gesprengt - der Übersetzer)


Volksabstimmung in Schleswig

1919-20 werden mehrere Volksabstimmungen abgehalten, um Deutschlands Grenzen auf demokratische Weise festzulegen. Eine dieser Abstimmungen bewirkt, dass der jetzige Kreis Sønderjylland nun ein Teil Dänemarks wird. Die Abstimmung in Schleswig ist eine von 6 Abstimmungen, die nach dem 1. Weltkrieg in Europa abgehalten wurden. Die Volksabstimmungen bauten auf dem Prinzip des nationalen Selbstbestimmungsrechtes. Die dänisch-deutsch Grenze von 1920 ist zusammen mit der Grenze Österreichs zu Slowenien und Ungarn die einzige, die bis heute Bestand hat.


Dänische und deutsche Gedenkfeier auf den Düppeler Höhen

Am 18. April 2001 wird erstmalig in der Geschichte der Düppeler Schanzen eine deutsche Gedenkfeier für die Gefallenen der Schlacht am 18. April 1864 mit Vertretern der Deutschen Bundeswehr auf den Düppeler Höhen abgehalten. Die dänische Gedenfeier beginnt um 10 Uhr, die deutsche um 14 Uhr.

Trotz des entspannten Verhältnisses der beiden Länder Dänemark und Deutschland ist es bisher noch nicht möglich, eine gemeinsame Gedenkfeier abzuhalten.


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